Am 13. April 2026 wurde der neue Non-Schengen-Flugsteig am Münchner Flughafen feierlich eröffnet: 360 Meter Länge, 95.000 Quadratmeter Fläche und Kapazität für sechs Millionen Passagiere jährlich.

Es ist eine der bedeutendsten Infrastrukturinvestitionen in der jüngeren Geschichte des Flughafens München: Am 13. April 2026 wurde der neue Terminal 1-Pier am Flughafen München Franz Josef Strauß mit einer feierlichen Zeremonie offiziell in Betrieb genommen. Rund 1.000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Luftfahrt erlebten den symbolischen Moment, bei dem sich eine wolkenartige Installation über dem zentralen Marktplatz des neuen Piers löste und nach oben stieg. Der neue Flugsteig erweitert die Kapazitäten des Airports um bis zu sechs Millionen Passagiere jährlich – das entspricht in etwa dem gesamten Passagiervolumen des Flughafens Hannover.

Auf einen Blick: Neuer Terminal 1-Pier München
Eröffnung: 13. April 2026 (Echtbetrieb ab 21. April 2026)
Länge/Fläche: 360 Meter lang, ca. 95.000 m² Gesamtfläche
Kapazität: bis zu 6 Millionen Passagiere/Jahr
Investition: 665 Millionen Euro (vollständig aus Eigenmitteln)
Nutzung: Non-Schengen-Verkehr (Flüge außerhalb des Schengen-Raums)
Airlines: ca. 40 Airlines nutzen den neuen Pier
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Acht Jahre Planung und Bau

Die Geschichte des neuen Piers beginnt im Juni 2018, als der Aufsichtsrat der Flughafen München GmbH unter Vorsitz von Finanzminister Albert Füracker grünes Licht für das Projekt gab. Ziel war es, den Non-Schengen-Bereich des Terminal 1 – das 1992 eröffnete und ursprünglich nicht für umfangreichen Transferverkehr konzipierte Terminal – grundlegend zu modernisieren und zu erweitern. Die Bauarbeiten begannen Ende 2019 und liefen unter besonders anspruchsvollen Bedingungen: Der laufende Flugbetrieb durfte zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt werden.

Das architektonische Konzept stammt vom Düsseldorfer Büro sop Architekten. Der neue Flugsteig kombiniert dunkle und helle Designelemente, die einen bewussten Kontrast zur weißen Fassade des bestehenden Terminal 1 setzen. Das Gestaltungskonzept trägt den Namen „Bavarian Soul“ – natürliche Materialien, bayerische Farben und traditionelle Formensprache verbinden sich mit modernem, internationalem Anspruch zu einem Ambiente, das Reisende sofort als unverwechselbar münchnerisch erleben sollen.

Was Reisende erwartet

Der neue Pier ragt 360 Meter ins westliche Vorfeld hinein und ist über Glasbrücken direkt mit den Modulen A und B des Terminal 1 verbunden. Im Herzstück des Gebäudes liegt der zentrale „Marktplatz“ – eine großzügige Aufenthaltsfläche, in der sich 18 Einzelhandels- und Serviceflächen sowie fünf Gastronomiebereiche konzentrieren. Premiummarken wie Boss, Ralph Lauren, Armani und TUMI treffen auf bayerische Institutionen wie Käfer, den FC Bayern-Fanshop, eine Münchner Leibspeise und die Cucina Popolare. Eine weitere Premiere am Münchner Airport: der erste Walkthrough-Duty-Free, den Passagiere direkt nach der Sicherheitskontrolle durchschreiten.

Bei der Sicherheitskontrolle selbst setzt der neue Pier auf modernste CT-Scanner-Technologie, die das lästige Herausnehmen von Laptops und Flüssigkeiten aus dem Handgepäck überflüssig macht. Für entspannte Wartezeiten sorgen außerdem zwei Lounges: die neue Airport Lounge World des Flughafens auf rund 1.200 Quadratmetern sowie eine exklusive Emirates-Lounge auf zwei Etagen – beide mit Alpenblick durch die Fensterfront am Vorfeld.

Gates für sechs Großraumflugzeuge

An den Gates des neuen Flugsteigs können gleichzeitig sechs Großraumflugzeuge bis zur Größe einer Airbus A380 oder zwölf kleinere Jets andocken. Für Reisende, die zwischen Terminal 1 und Terminal 2 umsteigen müssen, stehen „airside“ Vorfeldbusse zur Verfügung, erreichbar über vier Bus-Gates. Das System ist darauf ausgelegt, Umsteiger effizienter als bisher durch den Flughafen zu leiten – ein wichtiger Faktor für München als europäisches Drehkreuz.

Das Wichtigste für Reisende ab sofort

Echtbetrieb ab 21. April 2026: Der offizielle Passenger-Betrieb startete nach der Eröffnungsfeier vom 13. April am 21. April 2026.

Non-Schengen-Flüge: Wer ab Terminal 1 in Länder außerhalb des Schengen-Raums fliegt (z. B. USA, Türkei, VAE, Asien), wird künftig über den neuen Pier abgefertigt.

Keine Flüssigkeitsbeschränkungen bei CT-Kontrolle: Die neuen CT-Scanner erlauben Flüssigkeiten im Handgepäck ohne Herausnehmen – Ende einer jahrelangen Quelle der Reisefrustration.

Gate-Bekanntgabe erst spät: Ähnlich wie in britischen Flughäfen wird das Abfluggate erst kurz vor der Abflugzeit angezeigt. Frühzeitiges Einplanen von Wegen ist daher sinnvoll.

Kein Shuttle mehr nötig: Direkter Fußweg über Glasbrücken aus Terminal 1, Modul B in den neuen Pier.

Politisches Signal und wirtschaftliche Bedeutung

Bei der feierlichen Eröffnung sprachen neben Ministerpräsident Dr. Markus Söder auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Bayerns Finanzminister Albert Füracker. Schnieder nutzte den Anlass für eine wichtige Ankündigung: Die Bundesregierung plane, die Luftverkehrssteuer zum 1. Juli 2026 zu senken, um den Luftverkehrsstandort Deutschland gegenüber europäischen Nachbarländern wettbewerbsfähiger zu machen. Flughafen-CEO Jost Lammers betonte, dass der Airport die gesamte Investition von 665 Millionen Euro trotz pandemiebedingter Belastungen vollständig aus eigenen Mitteln finanziert hat – ein klares Signal für die wirtschaftliche Stärke des Standorts.

2025 nutzten rund 43,4 Millionen Passagiere den Flughafen München – ein Wachstum von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und die höchste absolute Steigerung im deutschsprachigen Raum. Mit dem neuen Pier ist der Airport bereit für weiteres Wachstum.

Quellenangaben