Europas größter Geschirrmarkt öffnet vom 25. April bis 3. Mai am Mariahilfplatz in der Au. Rund 250 Standln, drei Biergärten, nostalgische Fahrgeschäfte und über 700 Jahre Geschichte: Die Auer Maidult ist der gemütlichste Start in den Münchner Frühling – und für viele Einheimische ein fester Pflichttermin.
Wenn sich der April dem Ende neigt und der erste Mai sich ankündigt, riecht es in der Au nach Frühling, Dampfnudeln und frisch glasiertem Töpfergeschirr. Die Auer Maidult 2026 öffnet am Samstag, 25. April, ihre Pforten – und bleibt bis einschließlich Sonntag, 3. Mai auf dem Mariahilfplatz in München-Au. Neun Tage lang verwandelt sich der Platz vor der Mariahilf-Kirche in einen der ältesten und beliebtesten Märkte der Stadt: mit rund 250 Verkaufsständen, bunten Fahrgeschäften und drei Biergärten. Rund 100.000 Besucher kommen jedes Jahr allein zur Maidult – und wer einmal da war, kommt wieder.
Über 700 Jahre Tradition: Die Geschichte der Auer Dult
Die Geschichte der Auer Dult reicht tief ins Mittelalter. Das Wort „Dult“ – abgeleitet von „tult“ – bedeutete ursprünglich Kirchenfest: An Festtagen wurden rund um eine Kirche Verkaufsstände errichtet, um zu Ehren eines Heiligen Waren feilzubieten. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Bedeutung zum „Jahrmarkt“. Die erste Dult, die Jakobidult, wurde bereits im Jahr 1310 im Satzungsbuch der Stadt München erwähnt – damals noch am Anger, dem heutigen Sankt-Jakobs-Platz im Stadtzentrum.
Den entscheidenden Schritt in die Au tat die Dult im Jahr 1796: Kurfürst Karl Theodor verlieh der Vorstadt Au das Recht, zweimal jährlich einen Jahrmarkt abzuhalten. Drei Jahre später, 1799, zog der Markt an seinen heutigen Standort, den Mariahilfplatz. Seit 1905 finden alle drei Dulten des Jahres dort statt – die Maidult im Frühjahr, die Jakobidult im Sommer und die Kirchweihdult im Herbst. Veranstalter ist bis heute das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München.
Was die Maidult ausmacht: Markt trifft Volksfest
Das Besondere an der Auer Dult ist die einzigartige Mischung: Sie ist kein reines Volksfest wie das Oktoberfest und kein reiner Flohmarkt – sondern beides zugleich, auf 22.000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Marktbereich ist grob in thematische Gassen gegliedert: In der Schatzsuchergasse und der Tandlergasse findet sich vor allem Antiquarisches – alte Bücher, Porzellan, Kuriositäten und Sammlerstücke. Die Geschirrgassen rund um den Liesl-Karlstadt-Platz sind das Herzstück der Dult: Hier stapeln sich Töpfe, Tassen, Teller und Schüsseln – weshalb die Auer Dult als Europas größter Geschirrmarkt gilt.
Wer weitergeht, entdeckt Stände mit Haushaltswaren, Trachtenzubehör, Korbwaren, Spielzeug, Gewürzen, Marmeladen, Filzpantoffeln und Zirbenkissen. Dazu Neuheitenstände mit praktischen Alltagshelfern und natürlich jede Menge Süßes. Show-Verkäufer gehören zur Dult wie das Riesenrad: Wer einmal einem dieser Redner zugehört hat, der ein simples Schälmesser zur Lebensphilosophie erhebt, versteht sofort, warum man eigentlich nur kurz schauen wollte und dann doch eine Stunde geblieben ist.
Der Schaustellerbereich: Riesenrad, Karussell und Schiffsschaukel
Neben dem Marktbereich gibt es auf der Maidult einen eigenen Schaustellerteil mit klassischen Fahrgeschäften. Das historische Riesenrad „Himmel der Bayern“ (Baujahr 1925) ist das Wahrzeichen der Dult und bietet einen charmanten Blick über die Au und die umliegenden Dächer. Dazu kommen der Autoscooter, der Kettenflieger, eine Schiffsschaukel und das nostalgische Kettenkarussell – Fahrgeschäfte, die Kinder begeistern und Erwachsene in die eigene Kindheit zurückversetzen. Das Kasperl in der Au sorgt für Unterhaltung bei den Kleinsten.
Am Dienstag, 28. April, ist Familientag: Dann gibt es im gesamten Schaustellerbereich ermäßigte Preise – ein besonders guter Tag für Familien mit Kindern. Für den Nachwuchs sind außerdem Wickel-, Still- und Abstellplätze für Kinderwagen sowie Wartebänke vorhanden.
Die drei Dulten 2026 im Überblick
Die Maidult ist die erste von drei Auer Dulten im Jahr. Wer einmal Blut geleckt hat, sollte sich auch die Sommer- und Herbsttermine vormerken:
| Dult | Datum 2026 | Besonderheit |
|---|---|---|
| Maidult | 25. April – 3. Mai | Frühjahrsausgabe; Familientag am 28. April |
| Jakobidult | 25. Juli – 2. August | Sommerausgabe; Familientag am 28. Juli |
| Kirchweihdult | 17. – 25. Oktober | Herbstausgabe; Familientag am 20. Oktober |
Neu auf der Maidult 2026: Ausgewählte Neuheiten
Jedes Jahr bringt die Maidult auch frische Gesichter auf den Mariahilfplatz. 2026 gibt es einige neue Stände, die einen besonderen Blick verdienen: MS Natura (Stand Kirchengasserl 3) bietet natürliche Pflegeprodukte – von Arnika-Fußbalsam über Haarseife mit Schafmilch bis zu Rasierseife mit Aktivkohle. Angelika Huber (Herztropfengasse 5b) präsentiert handgefertigten Silber- und Edelsteinschmuck. Beatrix Meyer (Raritätengasse 7b) hat Taschen, Tragegurte und Glasmodeschmuck im Sortiment. Für Bienen-Fans: Christian Ott (Ahornallee 17a) bietet Kerzen, Seifen, Propolis-Produkte, Honig, Met und Honigsenf. Und wer auf der Suche nach einem zuverlässigen Staubsauger-Klassiker ist: Manuela Scherr und Kerstin Wagner (Neuheitengasse 13) führen Vorwerk-Kobold mit Zubehör und Reparaturdienst.
Erlebnistouren: Die Dult mit Stadtführer entdecken
Wer die Maidult nicht nur erleben, sondern verstehen möchte, kann an einer der offiziellen Erlebnistouren teilnehmen. Rund zwei Stunden dauert die Führung mit einem zertifizierten München Guide, der Insiderwissen über die Geschichte der Dult, die Standlkultur und ausgewählte Schätze mitbringt – und an sechs ausgewählten Standln auch kleine Verköstigungen und Erlebnisse bereithält.
Die Führungstermine 2026 auf der Maidult:
| Datum | Uhrzeit | Treffpunkt |
|---|---|---|
| Sonntag, 26. April | 11:00 Uhr | Hotel „Marias Platzl“, Mariahilfplatz 4 |
| Freitag, 1. Mai | 16:00 Uhr | Hotel „Marias Platzl“, Mariahilfplatz 4 |
| Samstag, 2. Mai | 11:00 Uhr | Hotel „Marias Platzl“, Mariahilfplatz 4 |
| Sonntag, 3. Mai | 11:00 Uhr | Hotel „Marias Platzl“, Mariahilfplatz 4 |
Buchungen sind über einfach-muenchen.de/dult-fuehrung oder an den Tourist Informationen am Marienplatz und am Hauptbahnhof (Luisenstraße 1) möglich. Der Preis liegt bei 34 Euro pro Person.
Gastronomie: Drei Biergärten und frische Dampfnudeln
Eine Runde über die Dult macht hungrig und durstig – zum Glück sorgt die Maidult auch dafür. Drei Biergärten laden zur Pause ein, dazu kommen zahlreiche Imbissstände und Süßwarenbuden. Wer typisch münchnerisch essen möchte, kommt an der frischen Dampfnudel nicht vorbei – einem der beliebtesten Dult-Klassiker überhaupt. Für Fleischliebhaber hat Rainer Brenner (Rupert-Stöckl-Platz 2) Südtiroler Wurst- und Fleischspezialitäten im Angebot. Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und andere Naschereien runden das kulinarische Bild ab.
Kleiner Hinweis: Nicht überall auf der Dult ist Kartenzahlung möglich. Kleingeld und Scheine mitnehmen – das erleichtert den Einkauf an vielen Standln erheblich.
Anreise: Am besten mit Tram 18
Der Mariahilfplatz liegt im Münchner Stadtteil Au, südlich der Isarvorstadt, und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Parkplätze gibt es kaum – das Auto sollte man zuhause lassen, zumal 2026 Bauarbeiten rund um den Mariahilfplatz laufen. Etwas mehr Zeit einplanen lohnt sich.
Die Dult und das Viertel Au
Die Auer Dult ist nicht nur ein Markt – sie ist auch ein Spiegel des Viertels, in dem sie stattfindet. Die Au gehört zu Münchens ältesten und charaktervollsten Stadtteilen: ein Arbeiterviertel mit Geschichte, das sich seit Jahrzehnten einen unverwechselbaren Charakter bewahrt hat. Die Mariahilf-Kirche, die den Mariahilfplatz dominiert, und die engen Gassen rund um den Platz geben der Dult eine Kulisse, die man in keiner modernen Veranstaltungshalle reproduzieren könnte. Wer nach dem Dultbummel noch Zeit hat, sollte durch die Innere Au schlendern, am Gärtnerplatz eine Pause einlegen oder an der nahen Isar den Abend ausklingen lassen.
Tipps für den Maidult-Besuch
- Unter der Woche ist ruhiger: An Wochentagen ist deutlich weniger Betrieb als am Wochenende – ideal zum entspannten Stöbern ohne Gedränge.
- Zuerst orientieren: Macht beim ersten Besuch einen Rundgang über den gesamten Platz, bevor ihr anfangt zu kaufen. Sonst sind Budget und Tragetasche schon voll, bevor ihr die beste Gasse erreicht habt.
- Dult-Gutscheine: Als Geschenkidee oder für sich selbst: Gutscheine im Wert von 10 Euro sind an der Tourist Information im Rathaus oder unter einfach-muenchen.de/gutscheine erhältlich und auf allen drei Dulten einlösbar.
- Familientag nutzen: Am Dienstag, 28. April, gibt es ermäßigte Preise bei allen Fahrgeschäften – der beste Tag für einen Familienausflug mit Kindern.
- Bargeld mitbringen: An vielen Standln und Schaustellergeschäften gibt es keine Kartenzahlung. Kleingeld und Scheine sind ein Muss.
- Erlebnistour buchen: Für alle, die es genauer wissen wollen – die zweistündigen Führungen mit München Guide bieten Insider-Wissen und kleine Verköstigungen an sechs Standln. Buchung unter einfach-muenchen.de/dult-fuehrung.
Fazit
Die Auer Maidult ist eines jener Feste, die München zu dem machen, was es ist: eine Stadt, die Tradition nicht musealisiert, sondern lebt. Auf dem Mariahilfplatz treffen sich Einheimische aus der Au mit Besucher aus ganz München und weit darüber hinaus – zum Stöbern, Kaufen, Essen, Schauen und Schwätzen. Das Riesenrad dreht sich, die Show-Verkäufer reden, irgendwo riecht es nach Dampfnudeln, und die Mariahilf-Kirche wacht still über das bunte Treiben. Neun Tage, die sich lohnen.
Habt ihr einen Lieblingsstand auf der Maidult oder einen Geheimtipp für das Viertel Au? Schreibt es gerne in die Kommentare!
Quellenangaben
- auerdult.de – Offizielle Website der Auer Dult München
- muenchen.de – Auer Dult 2026: Alle Infos & Termine (Landeshauptstadt München)
- nachrichten-muenchen.com – Auer Maidult startet die Münchner Dultsaison 2026
- abendzeitung-muenchen.de – Auer Dult 2026: Programm, Angebote und Co. (AZ, 2. April 2026)
- muenchen.travel – Auer Dult München: Alle Infos & Termine im Überblick
- in-muenchen.de – Auer Dult 2026: Termine & Infos